Aktuelle Herzensprojekte unserer Schüler möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. Diese werden hier kurz vorgestellt.

Umrüstung, Neuausstattung und Modernisierung von drei Fachkabinetten am Beruflichen Schulzentrum Wurzen

Moderne Lernumgebungen für eine zukunftsorientierte Ausbildung am BSZ Wurzen werden in Modernisierung und Ausstattung verschiedener Fachbereiche investiert. Zur Freude des Lehrpersonals konnte bereits in den Sommerferien die Erneuerung der Ausstattung der Lehrküche und eines Multifunktionsraumes erfolgreich umgesetzt werden. Die ehemalige Backstube wurde zu einer modernen und funktionalen Lehrküche mit hochwertiger Ausstattung umgebaut. Zukünftig können Schülerinnen und Schüler, insbesondere im Pflegebereich 6 Schülerarbeitsplätze nutzen, die speziell auf die Bedürfnisse für einen fach- und bedarfsgerechten Unterricht zugeschnitten sind. Auch ein Lehrerarbeitsplatz wurde eingerichtet.

Die Umgestaltung der ehemaligen Lehrküche in einen Multifunktionsraum konnte ebenfalls in den Sommerferien umgesetzt werden. Dafür wurde die vorhandene Ausstattung mit einer Fachfirma in diesen neuen Raum umgesetzt. Der neue Multifunktionsraum dient für Gruppenarbeiten oder Förderunterricht und wird auch für Dienstberatungen genutzt.

Förderpartner

Die Maßnahmen werden durch den Just Transition Fund der EU (JTF) unterstützt und sind Teil der regionalen Strategie zum Strukturwandel. Sie stärken die Qualität der beruflichen Bildung und schaffen moderne Lernorte für die Zukunft.

Anbahnung einer internationalen Schulpartnerschaft

Auf dem Weg zu neuen Horizonten: Das BSZ Wurzen forciert eine internationale Schulpartnerschaft mit Uganda!

Ein neues Kapitel der internationalen Zusammenarbeit schlägt das Berufliche Schulzentrum (BSZ) Wurzen auf: Im Rahmen der offiziellen Uganda-Sachsen-Partnerschaft bereitet unsere Schule eine feste Kooperation mit dem Bukalasa Agricultural College im Agrarbereich vor. Um das Fundament für diese globale Bildungspartnerschaft zu legen, unternahm eine Delegation, bestehend aus unserem Schulleiter, Lehrkräften sowie Auszubildenden, vom 31. August bis zum 9. September eine Anbahnungsreise an die traditionsreiche, über 100 Jahre alte Agrarschule nahe der ugandischen Hauptstadt Kampala. Ein herzlicher Dank gilt hierbei dem Katosi Women Development Trust für die wertvolle Unterstützung und Vermittlung. Finanziell unterstützt wird diese wegweisende Begegnung durch ENSA, das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm der Engagement Global gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Tagesbericht Dienstag, 1. September 2026

Ankunft in Uganda

Am frühen Morgen um 4:30 Uhr sind wir am Flughafen Entebbe gelandet. Nach der langen Anreise wurden wir von Enoch Kayongo Abigaba, Dozent und Industrial Liaison Officer am Bukalasa Agricultural College, sowie den Projektteilnehmern abgeholt und mit dem schuleigenen Bus zu unserem Hotel in Luwero gebracht.

Nach einer kurzen Pause zum Erholen starteten wir in den Tag. Bei einer ersten Fahrt durch die Umgebung konnten wir bereits viele Eindrücke vom Leben in Uganda sammeln. Ein Höhepunkt war der Besuch eines Marktes, bei dem wir auch unsere Projektpartner kennenlernten. An den Ständen gab es viel regionales Obst und Gemüse wie Bananen, Ananas und Tomaten zu entdecken. Auch das geschäftige Treiben, die Verkaufsstände und die verschiedenen Transportmöglichkeiten haben uns tief beeindruckt.

Abends trafen wir uns zum gemeinsamen Essen mit dem Direktor des Colleges, Gelvan Kisolo Lule. In entspannter Atmosphäre konnten wir uns austauschen und das Programm für die kommenden Tage planen.

Insgesamt war es ein ereignisreicher erster Tag, der uns viele neue Einblicke gegeben hat und große Vorfreude auf die kommende Zeit macht.

Nils, 2. Ausbildungsjahr Fachkraft Agrarservice

Tagesbericht Mittwoch, 2. September 2026

Kennenlernen der Schule

Im Bukalasa Agricultural College wurden wir vom Direktor, Herrn Lule, herzlich in Empfang genommen. Er stellte uns die beeindruckende Geschichte und Entwicklung der Institution vor: Die Agrarschule besteht bereits seit über 100 Jahren; heute werden dort rund 2.000 Auszubildende von 48 Lehrkräften unterrichtet. Im Anschluss gab es eine gegenseitige Vorstellungsrunde, bei der auch wir unser Berufliches Schulzentrum präsentierten.
 
Danach lernten wir bei einer Rundfahrt mit dem Bus das weitläufige Gelände kennen. Wir waren tief beeindruckt von den riesigen Gewächshäusern, den großen Stallungen und der schuleigenen Rinderherde.
 
Den Abend verbrachten wir gemeinsam im Ndere Cultural Centre in Kampala.

Florian, 2. Ausbildungsjahr Landwirt

Tagesbericht Donnerstag, 3. September 2026

Kampala Hauptstadt voller Eindrücke

Heute führte uns unser Weg nach einer längeren Fahrt nach Kampala, die Hauptstadt Ugandas. Dort zeigte uns Herr Abigaba die Botschaften vieler Länder sowie weitere wichtige Gebäude der Stadt. Dabei gewannen wir einen authentischen Eindruck vom Alltag, dem dichten Verkehr und dem geschäftigen Treiben in der Metropole.
 
Anschließend besuchten wir verschiedene Kunsthandwerksmärkte, auf denen wir typisch ugandische Souvenirs und handgemachte Produkte entdeckten.
 
Den gesamten Nachmittag widmeten wir der Planung unseres gemeinsamen Agrarprojekts, das im nächsten Jahr in Uganda starten soll. Wir sprachen ausführlich darüber, welches Vorhaben wir als Schule am besten umsetzen können. Dabei tauschten wir unsere Ideen aus und überlegten gemeinsam, wie wir eine sinnvolle Bewässerungsanlage gestalten und vor Ort realisieren können.
 
Es war ein abwechslungsreicher und produktiver Tag, an dem wir sowohl Kampala näher kennengelernt als auch wichtige Weichen für unsere zukünftige Zusammenarbeit stellen konnten.
 
Nils, 2. Ausbildungsjahr Fachkraft Agrarservice

Tagesbericht Freitag, 4. September 2026

Nachhaltigkeit und Partnerschaft in Kampala

Heute Morgen besuchten wir die Kulika Farm in der Nähe von Kampala. Die Farm wurde 1981 gegründet und arbeitet heute als Ausbildungs- und Forschungsbetrieb für ökologische Landwirtschaft. Die Auszubildenden des Bukalasa Agricultural College absolvieren dort regelmäßig Praktika – so auch Isaac, einer unserer ugandischen Projektteilnehmer.
Bei einem anschließenden Rundgang über das weitläufige Gelände lernten wir verschiedene Herstellungsverfahren kennen. Besonders faszinierend war die Produktion von Kohlebriketts und biologischen Pflanzenschutzmitteln. Es war spannend zu sehen, wie aus einfachen, teils natürlichen Materialien nachhaltige Produkte für den alltäglichen Gebrauch entstehen.
 
Nach diesem informativen Vormittag kehrten wir ins Zentrum von Kampala zurück, um den Katosi Women Development Trust zu besuchen. Über diese Nichtregierungsorganisation war ursprünglich der Kontakt zum Bukalasa Agricultural College zustande gekommen. Vor Ort sprachen wir über die Sachsen-Uganda-Partnerschaft und stellten unser gemeinsam geplantes Bewässerungsprojekt vor.
 
Der Austausch war besonders wertvoll, da wir die Arbeit der Organisation näher kennenlernen und gleichzeitig unser eigenes Vorhaben aus einer ganz neuen Perspektive betrachten konnten. Insgesamt war es ein sehr abwechslungsreicher Tag mit tiefen Eindrücken und inspirierenden Gesprächen.
 
Florian, 2. Ausbildungsjahr Landwirt

Tagesbericht Samstag, 5. September 2026

Besuch des Bukalasa Agricultural College

Am Samstag starteten wir unseren Tag mit dem Besuch des Bukalasa Agricultural College. Dort erhielten wir einen umfassenden Einblick in die landwirtschaftliche Ausbildung sowie in das Leben der Schüler und Auszubildenden. Wir besichtigten die Klassenzimmer, Labore und den Unterricht, der samstags in kleinen Gruppen zur Prüfungsvorbereitung stattfindet. Danach durften wir einen Blick in die Unterkünfte werfen. Hierbei sind Frauen und Männer strikt getrennt untergebracht und gegenseitige Besuche nur geschlechtsspezifisch gestattet.
 
Besonders spannend waren die praktischen Ausbildungsbereiche: Wir bekamen Einblicke in die schuleigene Bäckerei und die Hühnerhaltung. Zudem lernten wir die persönlichen Anbauflächen kennen. Jede Lehrkraft und jeder Auszubildende bewirtschaftet eine etwa 3 × 3 Meter große Parzelle, um praktische Erfahrungen im Pflanzenbau zu sammeln. Anschließend ging es weiter zur Landtechnik, wo uns verschiedene Maschinen und Geräte vorgestellt wurden – von der Bodenbearbeitung bis hin zur Aussaattechnik. So konnten wir einen hervorragenden Eindruck von der landwirtschaftlichen Praxis und der technischen Ausstattung vor Ort gewinnen.
 
Nach dem College-Besuch machten wir uns auf den Weg in Richtung Murchison-Falls-Nationalpark. Auf der Fahrt konnten wir bereits einen beeindruckenden Wechsel der Landschaft und der Vegetationszonen beobachten. In der Region Luwero war es zunächst trocken und heiß. Mit zunehmender Entfernung wurde die Landschaft jedoch deutlich grüner, die Vegetation dichter und die Luftfeuchtigkeit spürbar höher. Besonders faszinierend war dieser abrupte Übergang zu einer feuchten, üppig bewachsenen Kulisse. Auf unserem Weg passierten wir zudem eines der größten Zuckerrohrfelder Ugandas.
 
Am Ende des Tages erreichten wir schließlich die Region des Nationalparks und blickten voller Vorfreude auf die Erlebnisse des kommenden Tages. Der Samstag war für uns eine perfekte Mischung aus fundierter Agrarbildung, Landtechnik und den beeindruckenden Landschaftswechseln Ugandas.
 
Florian, 2. Ausbildungsjahr Landwirt

Tagesbericht Sonntag, 6. September 2026

Besichtigung des Murchison-Nationalpark und der Murchison Falls

Am Sonntag stand ein besonderes Highlight unserer Reise auf dem Programm: der Besuch des Murchison-Falls-Nationalparks. Nach den Eindrücken des Vortages konnten wir nun die einzigartige Natur- und Tierwelt Ugandas hautnah erleben.
 
Während unserer Safari durch den Park bekamen wir einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt der afrikanischen Tier- und Pflanzenwelt. Wir konnten zahlreiche Wildtiere in ihrer unberührten Umgebung beobachten. Dabei wurde uns deutlich, wie eng die verschiedenen Arten mit ihrem Ökosystem verbunden sind. Neben der Tierwelt beeindruckte uns auch die abwechslungsreiche Kulisse des Nationalparks. Die unterschiedlichen Vegetationsformen und das teilweise sehr ursprüngliche Landschaftsbild zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig Uganda selbst auf überschaubarem Raum sein kann.
 
Ein weiteres besonderes Erlebnis war ein plötzlicher Wetterwechsel: Innerhalb kürzester Zeit umschlug das heiße, sonnige Wetter in starken Regen, was die Luftfeuchtigkeit spürbar ansteigen ließ.
 
Der absolute Höhepunkt des Tages war für uns der Besuch der Murchison Falls als ugandisch-deutsches Team. Hier zwängt sich der Victoria-Nil durch eine extrem enge Felsschlucht und stürzt anschließend mit ohrenbetäubender Kraft in die Tiefe. Die gewaltigen Wassermassen und die tosende Geräuschkulisse machten diesen Ort zu einem unvergesslichen Naturerlebnis für uns alle.
 
Vor Ort erfuhren wir außerdem mehr über die Potenziale der Wasserkraftnutzung in Uganda und die Gründe, warum an den Murchison Falls selbst ganz bewusst keine Stromerzeugung erfolgt. Der Schutz dieses einzigartigen Naturraums genießt hier absolute Priorität. Zur Reflexion des Tages und zur Vorbereitung des Gegenbesuchs in Deutschland bildeten wir im Anschluss gemischte ugandisch-deutsche Arbeitsgruppen, um unsere bisherigen Ergebnisse gemeinsam auszuwerten.
 
Der Sonntag war somit ganz der atemberaubenden Natur Ugandas und der Stärkung unserer Partnerschaft gewidmet.
 
Florian, 2. Ausbildungsjahr Landwirt

Tagesbericht Montag, 7. September 2026

Besuch der Orchid House Farm Ltd.

Am heutigen Tag besuchten wir die Orchid House Farm Ltd., die in einer der trockensten Savannenregionen Ugandas liegt. Hier werden regelmäßig Lehrkräfte des Bukalasa Agricultural College fortgebildet und Auszubildende absolvieren wichtige Praxisphasen.
 
Der gesamte Betrieb wirtschaftet konsequent nach den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs). Die Schwerpunkte liegen auf der Rinderzucht, der Imkerei sowie dem Anbau von Mais, Mangos und Bananen. Bei unserem Rundgang konnten wir die verschiedenen Produktionsbereiche intensiv besichtigen.
 
Unser erster Halt waren die Bullenmastställe, in denen bis zu 800 Tiere gehalten werden. Die Fütterung basiert unter anderem auf Maissilage, Zuckergrassilage und Rhodes-Gras-Silage. Das Rhodes-Gras ist eine extrem hitze- und trockenheitsresistente Süßgraspflanze, die sowohl frisch als auch als Heu verfüttert wird. Für uns stach besonders die Frage heraus, ob solche robusten Futterpflanzen durch die zunehmend heißen und trockenen Sommer künftig auch für die Landwirtschaft in Deutschland an Bedeutung gewinnen könnten. Als weiterer Energielieferant wird dem Futter Melasse beigemischt, ein Nebenprodukt der regionalen Zuckergewinnung. Die anfallende Rindergülle wird zusammen mit pflanzlichen Abfällen wie Bananenblättern in einer schuleigenen Biogasanlage in nutzbares Methangas umgewandelt.
 
Nach einer kurzen Besichtigung des Fuhrparks und der Landmaschinen widmeten wir uns dem Wassermanagement der Farm. Der Betrieb verfügt über ein großes Wasserrückhaltebecken. Über eine solarbetriebene Pumpe wird das gespeicherte Wasser zu den Plantagen transportiert. Diese Kombination aus effizienter Wasserspeicherung und Solarenergie stellt eine zukunftsweisende Möglichkeit dar, die Bewässerung selbst unter extremen klimatischen Bedingungen verlässlich sicherzustellen.
 
Anschließend ging es weiter zur Mangoplantage. Auf einer weitläufigen Fläche werden insgesamt acht verschiedene trockenresistente und ertragreiche Mangosorten kultiviert. Beeindruckend waren die enormen Unterschiede bei der Fruchtgröße – je nach Sorte wiegen die Mangos zwischen 300 und 1.000 Gramm. Auch in der Bananenplantage staunten wir über die im Vergleich zum College gewaltige Größe der Pflanzen. In den zahlreichen Gewächshäusern der Farm wird derzeit vor allem Paprika angebaut. Ein weiteres Highlight war der Einblick in die Imkerei, bei dem uns die einzelnen Schritte zur Gewinnung von Honig, Propolis und Bienenwachs ausführlich erklärt wurden.
 
Ein gemeinsames Essen rundete diesen abwechslungsreichen Tag ab. Wir traten die Rückreise von der Orchid House Farm Ltd. mit vielen neuen Impulsen an. Insbesondere die Ansätze zu trockenheitsresistenten Futterpflanzen, smarter Bewässerung, Solarenergie und dem vielfältigen Plantagenanbau boten wertvolle Denkanstöße für die Landwirtschaft der Zukunft in der Heimat.
 
Florian, 2. Ausbildungsjahr Landwirt

Tagesbericht Dienstag, 8. September 2026

Abschied in Uganda

Heute Morgen verabschiedeten wir uns von Herrn Gelvan Kisolo Lule, dem Direktor des Bukalasa Agricultural College. Unser ugandisches Projektteam begleitete uns anschließend zum Flughafen nach Entebbe. Wir freuen uns schon sehr auf das Wiedersehen beim nächsten Treffen bei uns in Wurzen, bei dem wir unser Projekt weiter gemeinsam planen werden.
 
Wir reisen nun mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen nach Hause.
 
Nils, 2. Ausbildungsjahr Fachkraft Agrarservice

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